#119 Mut.Menschen.Märkte: Ein Platz für alle

Shownotes

119: Mut.Menschen.Märkte: Ein Platz für alle

Mit: Nina Jesse, Marktmanagerin REWE CENTER Alfter-Oedekoven

Inklusion beginnt mit einer Chance. Und manchmal damit, Dinge einfach auszuprobieren.

Nina Jesse ist Marktmanagerin im REWE CENTER Alfter-Oedekhoven. In ihrem Team arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammen. Dafür wurde sie mit dem Inklusionspreis der Stadt Alfter ausgezeichnet.

In den WESTside Stories erzählt Nina, wie aus ersten Praktika eine eigene Inklusionsabteilung entstanden ist, warum sie selbst anfangs zu den größten Zweiflerinnen gehörte und was ihr Team auf diesem Weg gelernt hat. Es geht um Berührungsängste, klare Kommunikation und Unterstützung, aber vor allem um Menschen und ihre Stärken.

Und um einen Satz, den Nina wohl so schnell nicht vergessen wird: „Endlich müssen sich meine Eltern keine Sorgen mehr machen."

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Die nächste Folge der WESTside Stories erscheint am 18. November 2026.

Gast: Nina Jesse

Moderation: Christiane Preisen

Redakteurinnen: Jasmin Roussel, Marie Demmer

REWE

Impressum

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Nina: Wenn ich einmal aus Versehen sage der Mülleimer ist voll. Dann sagt er Ja, hast du recht. Das impliziert aber noch nicht, dass er den dann leert. Das habe ich ihm nicht gesagt. Ich glaube, ich war der größte Zweifler. Und dann haben wir das einfach versucht und haben gemerkt, das geht. Wenn er gekonnt hätte, hätte er rundrum gegrinst, hat mich angeguckt und hat gesagt Endlich müssen sich meine Eltern keine Sorgen mehr machen.

Christiane: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Westside Stories. Mein Name ist Christiane und ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute geht es um ein Thema, über das super viel gesprochen wird, das aber vor allem eins braucht Menschen, die das auch einfach machen. Mein Gast heute ist Nina Jesse. Sie ist Managerin im Rewe Center Alfter-Oedekoven und wurde gerade für ihr Engagement mit dem Inklusionspreis der Gemeinde Alfter ausgezeichnet. In ihrem Team arbeiten nämlich heute fünf Mitarbeitende mit Behinderung in einer Inklusionsabteilung, viele weitere Mitarbeitende mit Behinderungen, darüber hinaus und darüber hinaus noch viele weitere Mitarbeitende. Und wie das alles entstanden ist.

Christiane: Was im Alltag super gut funktioniert, wo es vielleicht auch manchmal eine Herausforderung ist, darüber sprechen wir heute. Hallo Nina, schön, dass du heute da bist.

Nina: Hallo Christiane. Vielen Dank für die Einladung.

Christiane: Ja, sehr, sehr gerne. Nina, bevor wir über Inklusion sprechen, möchte ich dir auch gerne die Frage stellen, die ich ganz, ganz vielen meinen Gästen stelle. Gab es bei dir eigentlich ein Leben vor Rewe?

Nina: Ein bisschen Jein. Also ich bin zu Rewe gekommen, damals noch unter Minimal neben der Schule. Wie das so ist, wenn man dann in die Schule geht, 16 wird und dann möchte man sich ja irgendwie Geld dazuverdienen. Und so kam das, dass ich damals in der Waren angefangen habe und dann, ich glaube zwei Jahre später als Kassiererin angefangen habe. Ich habe dann irgendwann mein Abitur abgeschlossen und wollte eigentlich etwas ganz anderes werden und hatte aber eine lange Wartezeit bis zu dem Ausbildungsbeginn für das, was ich eigentlich werden wollte. Dann hat mein damaliger Chef gesagt, ich möchte nicht Teilzeit arbeiten.

Nina: Und das habe ich dann gemacht. Das ging, glaube ich, zwei Monate. Dann hat er gesagt Willst du nicht Vollzeit arbeiten, hast ja noch Zeit. Und dann dauerte das noch mal ein, zwei Monate. Dann hat er gesagt, Wir haben da so ein Abiturientenprogramm, bei der Rewe, das dauert auch nur anderthalb Jahre. Also selbst wenn du das dann nicht willst, du bist trotzdem rechtzeitig fertig, hättest aber schon mal was in der Tasche. Ja, ich bin dann bei der Rewe geblieben.

Christiane: Ja, das hat er ganz schön clever eingefädelt. Du sagtest gerade, du wolltest was ganz anderes werden. War dann auf dem Weg für dich relativ schnell klar, dass du auch einen Markt leiten möchtest?

Nina: Ja, also dieses Abiturientenprogramm ist ja darauf ausgelegt, eigentlich Führungskraft zu werden. Und Das ging dann auch relativ schnell. Jetzt muss ich dazu sagen, ich bin ursprünglich in Frankfurt geboren, habe in der Mitte meine Ausbildung gemacht, bin dann damals der Liebe wegen in die Rewe Süd.

Christiane: Okay.

Nina: Für zweieinhalb Jahre und dann hat sich die Möglichkeit ergeben, wieder näher Richtung Heimat zu kommen.

Nina: Dann hieß es aber der Westerwald. Ich sagte Na ja, dann mach ich das. Und dann bin ich damals quasi fast zeitgleich mit der Übernahme von den Märkten. Und so bin ich auch in die großflächige gerutscht in den Westerwald gekommen.

Christiane: Spannend. Ja, das wäre schon ganz schön viel. Innerhalb der Rewe Aber gesehen, das kann man schon sagen.

Nina: Das kann man sagen.

Christiane: Du hast es gerade schon angesprochen. Du bist in die Großflächige gerutscht. Du bist ja jetzt auch in der Großfläche. Also im Rewe Center Oedekoven hatte ich ja eben gesagt Sag doch mal kurz, was zeichnet den Markt aus oder was zeichnet eine Großfläche aus?

Nina: Also in erster Linie natürlich die Größe. Der Markt hat knapp 7000 Quadratmeter auf der Hauptmarkt Fläche. Okay, plus noch mal einen etwa 500 Quadratmeter großen Getränkemarkt mit dran.

Christiane: Okay, man kann sagen das Dreifache von einem relativ großen Supermarkt. Das stimmt. Wow. Ja. Okay.

Nina: Dann hat man natürlich eine extrem große Sortiment. Breite und Tiefe. Wir haben sehr viele Mitarbeiter. Im Gegensatz zu ich sage jetzt mal eine Supermarktgröße von 1700 2000 Quadratmetern.

Nina: Da arbeiten derzeit knapp 140 Mitarbeiter. Wir sind aber auch noch im Aufbau, weil wir ja gerade auch im Umbau sind seit Anfang des Jahres. Und dann werden wir nach einer kurzen Schließungsphase am 26. elfte ganz neu wieder eröffnen.

Christiane: Oh, spannende Zeit. Das heißt, ihr baut auch im laufenden Betrieb um?

Nina: Das ist.

Christiane: Richtig. Wow. Eine Herausforderung wahrscheinlich. Jetzt ist es natürlich auch total spannend bei so einem großen Team. Das ist ja vermutlich anders organisiert als in einem etwas kleineren Supermarkt. Also hast du da eine bestimmte Vorgehensweise. Also hast du eine große Führungsebene noch mal im Markt. Wie ist das so aufgebaut?

Nina: Also vom Grundsatz her ist das ähnlich wie beim Supermarkt. Wir haben den Marktmanager dann in der Regel zwei Assistenten. Was wir natürlich aufgrund der Größe haben, sind Abteilungsverantwortliche, weil der Markt einfach zu groß ist, als dass jetzt einer zwischen Abteilungen hin und her springen könnte. Ich kenne das aus dem Supermarkt so, da kann die Kassiererin morgens mal noch die Zeitung mit einräumen oder springt mal nebenbei ins Obst und räumt dann Obst mit.

Nina: Und wenn es an der Kasse voller wird, geht sie wieder zurück und kassiert. Das ist auf der Marktgröße fast nicht machbar, weil die Strecken einfach zu weit sind. Wenn die Kassiererin im Obst ist, sieht die die Kasse nicht mehr.

Christiane: Okay, verstehe. Wie groß ist denn dein Führungsteam?

Nina: Der Marktmanager, die zwei Assistenten. Und dann habe ich für die Hauptabteilung, sprich für die Drogerie, MoPro, Obst und Gemüse. Non Food habe ich dann noch mal extra Abteilungsleiter.

Christiane: Verstehe. Was ist dir denn in der Zusammenarbeit mit deinem Führungsteam und mit allen Mitarbeitenden wichtig in deinem Markt?

Nina: Das habe ich schon immer gesagt. Mir ist sehr wichtig, dass jeder gerne zur Arbeit kommt. Weil Mitarbeiter mit Bauchschmerzen, weil sie sich wegen irgendwas Sorgen machen müssen, einfach nicht genauso einen Job machen können wie jemand, der sehr gerne zur Arbeit kommt. Und ich versuche und das mache ich auch schon immer. Ich versuche einfach eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sich auch frei entfalten kann, indem man auch mal sagen kann irgendwas ist nicht gut gelaufen.

Nina: Oder ich würde gerne irgendwas ändern.

Christiane: Sehr cool. Wenn ich jetzt zu deinem Team gehen würde und die fragen würde Sag mal, Leute, wie ist denn Ihnen eigentlich so als Chefin? Was würden die wohl sagen?

Nina: Also was Sie auf jeden Fall sagen würden, wäre, dass ich immer ein offenes Ohr habe und dass es kein Problem gibt, mit dem man nicht zu mir kommen kann.

Christiane: Das ist auch total wichtig. Nina Kommen wir zum Thema Inklusion, denn das ist ja auch das Thema, für das ihr ausgezeichnet worden seid. Also erst einmal herzlichen Glückwunsch.

Nina: Vielen Dank.

Christiane: Dazu. Woher kommt denn eigentlich dein persönliches Engagement auch für dieses Thema?

Nina: Ich bin schon immer ein Mensch, dem Gleichberechtigung sehr wichtig ist. Also unabhängig davon, wo jemand herkommt, was er gelernt hat oder was es da für andere Hindernisse geben könnte, bin ich der Meinung, dass jeder alles erreichen kann, wenn er das möchte. Man muss ihn manchmal nur die Chance dazu geben.

Christiane: Und gab es einen bestimmten Zeitpunkt oder einen Moment, wo du dann gesagt hast so okay, das will ich jetzt auch in meinem Markt machen? Also ich fühle mich mit meinem Team dazu bereit, Menschen mit einer Behinderung einzustellen.

Nina: Dazu muss man vielleicht wissen, wie wir damit angefangen haben oder wie ich da reingerutscht bin. Mir war nicht so bewusst am Anfang, wie viele Möglichkeiten es gibt, was für Fördermöglichkeiten es gibt. Und wenn man sein ganzes Leben lang damit nicht so in Berührung gekommen ist, ist das natürlich auch schwierig, wenn man nicht weiß, an wen wende ich mich oder so? Ich hatte eine Praktikumsanfrage von einem Lehrer. Also die Schule ist Luftlinie vielleicht 500 Meter von uns entfernt, also von dem Markt entfernt. Und dann hatte ich eine Anfrage von eben dieser Schule für geistige Entwicklung. Das sind Schüler, die entweder mit einer Lernbehinderung oder einem Autismus oder sowas zu tun haben. Und dann haben wir am Anfang Drei Praktikanten, also zwei, waren gleichzeitig. Einer kam noch mal später und dann haben wir das einfach versucht und haben gemerkt, das geht. Wenn man dann auch erklärt bekommt, wie man mit manchen Leuten sprechen muss. Manchmal ist es nur ein Wording, was sich ändern muss, damit irgendwas funktioniert.

Christiane: Wie lange waren die Praktikanten da?

Nina: Drei Wochen Schülerpraktikum.

Christiane: Okay. Und was haben die dann gemacht? Also, was waren so die Aufgaben, die die drei Schüler übernommen haben?

Nina: Also, wenn wir Schüler haben im Schülerpraktikum, ist uns das egal, ob das Schüler sind, die von einer Regelschule kommen oder von einer Schule mit Förderschwerpunkt. Wenn jemand sich für den Beruf interessiert, muss er ja wissen, was alles zu dem Beruf dazugehört. Das heißt, die Schüler dürfen in jeder Abteilung gucken. Die dürfen beim Obst miträumen. Die müssen vorziehen, auch mal einen Besen in die Hand nehmen, dürfen an der Warenannahme dabei sein. Und dann durchlaufen die quasi im Rahmen dieses dreiwöchigen Praktikums. Einmal alle Abteilungen.

Christiane: Verstehe. Und als damals, so der Lehrer auf dich zugekommen ist. Von der Schule hat er dann mit euch irgendwie so eine Einführung gemacht. Wie gehe ich mit den Schülerinnen und Schülern um? Oder wie kam das, dass ihr wusstet? Du hast gerade eben gesagt Ja, manchmal muss man einfach das Wording anders setzen. Also woher wusstest du das dann? Oder ist das Try and Error auch.

Nina: Aber der Lehrer, der von dieser Schule kam, der hat das Bewerbungsgespräch mit dem Schüler zusammen gemacht. Bei mir Also zum einen natürlich, damit der Schüler auch lernt, was passiert so im Arbeitsalltag, wenn man sich irgendwo bewirbt. Und er war immer ein bisschen vor dem Bewerber da, dass er mir dann schon mal sagen konnte Wo sind denn seine Schwerpunkte? Manchmal ist es auch so Sachen, dass die Schüler einfach eine andere Selbstwahrnehmung haben. Das passiert natürlich auch, dass sie sich im Supermarkt bewerben, aber der festen Überzeugung sind, irgendwann Pilot zu werden.

Christiane: Okay.

Nina: Das kann passieren. Wenn das jemand mit Autismus zum Beispiel ist. Dann muss man natürlich irgendwann sehr klar in seinem Wording sein. Da gibt es eine ganz lustige Geschichte zu. Wir wussten das ja auch nicht. Wir hatten das Glück, dass wir einen Träger haben, der uns mittlerweile unterstützt. Und da gab es eine Dame, die uns dann mal so erzählt hat, was bestimmte Sätze, die für uns selbstverständlich sind, mit einem Autisten machen können. Also, wenn jetzt wir die Tür reinkommen und weisen einen Mitarbeiter darauf hin und sagen der Mülleimer ist voll, ist dem klar das Klar, der ist voll, ich muss den leeren.

Nina: Ja, Wenn ich einem Autisten sage, der Mülleimer ist voll. Dann sagt er Ja, hast recht.

Christiane: Okay.

Nina: Das impliziert aber noch nicht, dass er den dann leert, weil das habe ich ihm nicht gesagt.

Christiane: Ah, okay. Mhm. Also, wie du sagst, halt die klare Kommunikation. Genau. Okay. Ja. Muss man wissen. Kann man dann super mit umgehen. Genau. Eigentlich. Ja, genau. Wenn ich es richtig verstanden habe. Hast du heute noch Kontakt zu der Schule und bekommst auch immer mal wieder Praktikanten aus der Richtung? Ja. Schön. Super, dass so was draus entsteht. Und daraus ist auch noch mehr entstanden, denn ich hoffe, ich habe die Jahreszahl richtig im Kopf. 2024. Hast du bei dir im Markt eine Inklusionsabteilung gegründet? Ganz am Anfang, in der Anmoderation hatte ich ja schon gesagt, da sind fünf Mitarbeitende mit Behinderung. Eine Bitte versuche mal bitte kurz zu erklären Was ist eine Inklusionsabteilung?

Nina: Also eine Inklusionsabteilung ist eine Abteilung innerhalb eines Marktes oder Betriebes, die die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen wie ein Inklusionsbetrieb hat.

Nina: Aber quasi nur ein kleiner Teil des Betriebes darstellt. Das heißt, wir gründen eine Abteilung und verpflichten uns im Rahmen dieser Abteilung. 30 bis 50 % der Mitarbeitenden dort sind schwerbehindert oder haben besondere Teilhabe. Schwierigkeiten? Mhm.

Christiane: Das heißt aber, Mitarbeitende aus der Inklusionsabteilung können in alle Bereiche reinschnuppern, oder wie kann ich mir das vorstellen? Wie habt ihr das bei euch im Markt konkret gelöst?

Nina: Wir haben den Umbau genutzt, eine Inklusionsabteilung zu gründen. Mit großartiger Hilfe von Roderich Dörner. Wir haben in diesem Markt vorne im Eingangsbereich einen Gastrobereich gebaut, und diesen Gastrobereich haben wir zur Inklusionsabteilung benannt. Und in dieser Abteilung beschäftigen wir diese fünf Mitarbeitenden.

Christiane: Das heißt, die sind in ihrem komplett eigenen, komplett eigenen Bereich. Genau. Okay, du hattest gerade angesprochen, dass du auch dabei Unterstützung hattest, unter anderem vom Roderich Dörner. Ist ja ein Kollege hier bei uns, der auch schon mal in den West Side Stories war als Gast. Roderich ist Herr Partner hier bei uns in dem Bereich und ganz speziell mit einer weiteren Kollegin für das Thema Inklusion und unterstützt unsere Märkte bei Fragen organisatorischen Geschichten rund um das Thema.

Christiane: War denn eigentlich für dich von Anfang an klar Wir machen das, Das wird funktionieren. Oder hattest du vielleicht auch zwischendurch mal Bedenken oder stand schon mal vor einer großen Herausforderung bei dem Thema?

Nina: Ich glaube, ich war der größte Zweifler. Okay, also ich hatte. Ich hatte Angst, dass wir es nicht schaffen, genug Mitarbeitende für diese Abteilung zu finden. Und er sagte Nina, mach dir überhaupt keinen Gedanken. Wenn das einmal läuft, dann läuft das. Und ich habe dann immer gedacht dein Wort in Gottes Ohr. Ja. Also er war da so total überzeugt. Und er hat mir da wirklich viel die Angst auch genommen. Und er hat, im Nachhinein hat er recht gehabt. Wir hätten das Ganze noch viel größer machen können. Wir haben diese fünf Mitarbeitenden festgelegt und im Nachhinein betrachtet hätten wir doppelt so viele einstellen können, was auch der Grund ist, warum wir jetzt gerade am Überlegen sind, die Inklusionsabteilung zu erweitern.

Christiane: Gab es einen Moment für dich, wo du so gedacht hast? Okay, jetzt ist so mein Knoten im Kopf vielleicht auch geplatzt.

Christiane: Also wo du dich sicherer gefühlt hast, auch bei dem Thema.

Nina: Ja, als die ersten. Jetzt muss man vielleicht dazu erklären, wie man überhaupt an Mitarbeiter kommt. Also die stehen ja nicht einfach da und haben gesagt, wir haben gehört, ich habe die Inklusionsabteilung gegründet. So ist das ja nicht. Wir arbeiten mit einem ganz tollen Träger zusammen, mit Projekt Router. Und die haben Teilnehmende, die sie uns auch dann mal vorstellen. Da sind jetzt einige der Mitarbeiter auch mal hergekommen, Die haben bei uns mit einer unterstützten Beschäftigung gestartet. Das ist von der Arbeitsagentur gefördert, die haben quasi zwei Jahre Zeit, sich in einem Betrieb in eine Arbeit einzuarbeiten, mit dem Ziel, dass am Ende eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei rauskommt. Und das hat auch geklappt. Also von da sind drei Mitarbeitende in Inklusionsabteilungen mittlerweile. Dann haben wir die Arbeitsagentur angesprochen, dann haben sie einen Speed Dating bei uns im Laden gemacht, haben der Arbeitsagentur gesagt, was wir vorhaben. Und dann haben die ihre. Ich glaube, man nennt sie Klienten angeschrieben. Wenn Sie wollen, können sie an dem und dem Tag in den und den Laden kommen, Waren auch zwei Mitarbeiter von der Arbeitsagentur dabei, war noch ein Mitarbeiter von Projektrouter dabei.

Nina: Der Roderich Dörner war dabei. Dann haben wir einen sehr anstrengenden Tag hinter uns gebracht, weil wir innerhalb von. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, ich glaube vier Stunden 20 Bewerber vorsprechen lassen haben, von denen heute zwei bei uns arbeiten. Schön, Also das war schon klar, kann man jetzt sagen. Von 20 sind nur zwei übrig geblieben. Aber das muss ja auch für sie passen. Es muss für uns passen. Wie gesagt, zwei Mitarbeiter sind heute fest in der Inklusionsabteilung.

Christiane: Und für diejenigen, die es nicht kennen Project Router ist eine Organisation, die junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf begleiten. Junge Menschen mit einer Behinderung. Und wie du sagst, Nina auch eine super Hilfe sind.

Nina: Also ohne die wäre das schon sehr schwer machbar.

Christiane: So, wir haben jetzt gerade schon über die Menschen gesprochen in der Inklusionsabteilung. Du hattest aber auch gesagt, dass es noch viel mehr Menschen mit einer Behinderung in deinem Markt arbeiten. Sag doch mal ganz konkret Wenn du an alle deine Mitarbeitenden mit einer Behinderung denkst, was machen die so im Markt? Also Inklusionsabteilung war ja Gastro.

Christiane: Was sind so die Tätigkeiten, die die Mitarbeitenden machen?

Nina: Im Prinzip machen die alles. Die machen alles genau so wie jeder andere Mitarbeitende auch. Es gibt Mitarbeitende, denen kann ich fünf Sachen sagen und ich weiß, die fünf Sachen bleiben im Kopf. Und am Ende des Tages sind diese fünf Sachen erledigt. Dann gibt es aber auch Wenn ich jetzt jemanden habe mit einer Lernbehinderung, dann weiß ich einfach, dass wir unsere Arbeitsanweisungen anders formulieren müssen oder in kleinen Häppchen, dass ich ihm eine Aufgabe gebe. Und wenn die fertig ist, soll er sich melden und dann geben wir ihm die nächste. Im Prinzip ist es auch da nur eine andere Art der Aufgabenaufteilung.

Christiane: Dann verstehe. Und wer genau macht das? Also bist du diejenige, die das macht? Oder ist es quasi im mitarbeitenden Stamm aufgeteilt? Gibt es so Tandems oder wie habt ihr das organisatorisch gelöst im Markt?

Nina: Ich habe zwei unfassbar tolle Assistenten, die sich da richtig reingefuchst haben. Die. Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Schon fast Vater und Muttergefühle entwickelt haben für manche Mitarbeitenden.

Nina: Ich habe in der Abteilung immer einen Abteilungsverantwortlichen. Also wenn ich jetzt einen neuen Bewerber habe, der zum Beispiel in einem Praktikum oder in einer unterstützten Beschäftigung startet, dann spreche ich vorher mit dem und sage dann Hier, hör mal zu. Ich hätte da jemanden. Kannst du dir das vorstellen? In der Regel kommt kein Nein mehr. Ja, ja, mach mal schick mal, und dann testen wir das ja gerade. Die unterstützte Beschäftigung bietet sich da natürlich super an, die starten zum Beispiel um Obst und Gemüse. Und alle Mitarbeitenden nehmen den einfach mit. Jeden Tag. Und dann gucken wir, was geht und was nicht geht. Und wenn wir ganz ehrlich sind wenn ich jetzt heute mich, weiß ich nicht wo kann ich mich hinstellen? Wenn ich jetzt heute in einem Beruf starten würde, den ich nicht kenne, stehe ich auch erst mal daneben und gucke nur. Und muss erst mal schauen, was passiert denn hier eigentlich? Und das gleiche ist mit den Mitarbeitern auch. Da ist kein großer Unterschied zwischen einem Mitarbeitenden, der jetzt im Rahmen der Inklusionsabteilung oder im Markt startet, zu einem, der keine Schwerbehinderung hat.

Christiane: Das heißt, auf dem Weg findet ihr dann auch raus, In welchen Bereichen könnte der neue Mitarbeitende eingesetzt werden? Es gibt jetzt nicht so klassisch, dass man sagt okay, ich habe hier jemanden, da wissen wir, der kommt aus dem Spektrum, hat einen Autismus. Das ist dann so die typische Aufgabe, sondern ihr macht es immer direkt im Geschehen.

Nina: Ja, und wir fragen den natürlich auch. Wir fragen so wie jeden anderen auch. Hast du irgendwas, was dich besonders interessiert? Es gibt natürlich Leute, die sagen Obst und Gemüse. Gerade Autisten brauchen oft Regelmäßigkeiten, geregelte Abläufe und quasi immer das Gleiche. Also das, was für vielleicht einen anderen Mitarbeiter total langweilig wäre. Wenn du jeden Tag das gleiche machen müssten, ist für die die komplette Erfüllung. Dann fragen wir die Mitarbeitenden oder die potenziellen Mitarbeitenden, die dann im Praktikum sind. Fragen wir, wenn sie kommen. Gibt es irgendwas, was dich besonders interessiert? Meistens. Nö. Dann starten wir mal! Je nachdem, wie viele wir gerade schon da haben, starten wir zum Beispiel mit Obst und Gemüse.

Nina: Da habe ich einen ganz tollen Mitarbeiter, der die gerne mitnimmt. Oder in der Mopo. Wir haben auch jemanden bei den Getränken. Und wenn wir dann merken, okay, das ist was, haben die Bock drauf, dann können die das weitermachen. Wenn man aber merken, vielleicht ist das noch nicht so ganz das Richtige. Dann tauschen wir einfach mal in den Abteilungen und dann probieren wir es einfach aus.

Christiane: Ja.

Nina: Meistens finden die aber relativ schnell raus, was ihnen gefällt und was nicht.

Christiane: Mhm. Du hast gerade schon so spannend erzählt, dass du ganz viele tolle Mitarbeitende hast, die die Menschen auch an die Hand nehmen und Dinge zeigen. Wir hatten eigentlich damals dein Team reagiert, als du mit der Idee gekommen bist Okay, wir jetzt hier eine Inklusionsabteilung. Ich habe die Idee, dass Menschen mit Behinderung hier einen tollen Arbeitsplatz finden könnten.

Nina: Ich glaube, dem ersten, dem ich es gesagt habe, war mein Assistent. Ich wurde mit einer hochgezogenen Augenbraue gestraft. Dann hat er mich erst ein bisschen skeptisch angeguckt und hat gesagt Du weißt aber schon, dass ich kein Lehrer bin oder dafür nicht ausgebildet bin.

Nina: Ja, das weiß ich. Ich auch nicht. Wir probieren das einfach. Und wenn es nichts wird? Dann haben wir es aber wenigstens versucht. Mhm.

Christiane: Gab es da auch Berührungsängste am Anfang? Kannst du dich daran erinnern? Oder war es einfach so? Okay. Wir nehmen die Menschen mit auf und.

Nina: Ich kann dazu eigentlich eine ganz wundervolle Geschichte erzählen. Es gab einen Mitarbeiter bei uns, der hat als Aushilfe gearbeitet. schon länger und muss wohl vor mir, also meine Vorgänger, die in dem Markt Manager waren, hin und wieder mal gefragt haben, ob er mehr Stunden arbeiten darf und alle Mitarbeiter auf gar keinen Fall. Bitte nicht. Dem muss man alles sagen und das ist alles sehr anstrengend. Und er ist zwar immer fleißig, immer da und so, aber man muss immer ein Auge drauf haben. Was aber keiner wusste, war, dass der Autist ist. Das hat er auch nie irgendwie zum Thema gemacht oder so, er war halt eine Aushilfe und in den meisten Fällen ist das so, die machen das neben der Schule, dann sind die für ein, zwei Jahre da und wenn die in die Ausbildung gehen, sind die wieder weg.

Nina: Und der junge Mann wollte aber gerne unbedingt bei uns arbeiten. Und dann hat sich hinterher herausgestellt, der hat sich durch Zufall bei Projektrouter gemeldet gehabt, was dazu geführt hat, dass Projektrouter mich angesprochen hat und gesagt hat, wir haben da einen Teilnehmer, der arbeitet bei euch, der würde gerne mehr. Und Nicht. Wer denn? Also ich hatte das ja noch gar nicht auf dem Schirm, weil mit dem jungen Mann hat es quasi angefangen. Das war der erste Mitarbeiter der Inklusionsabteilung, den wir fest übernommen haben. Ja, dann haben wir darüber gesprochen, dass er Autist ist, was wir ja alle nicht wussten. Und dann hat er bei uns kündigen müssen, um im Rahmen der unterstützten Beschäftigung wiederzukommen. Dann arbeiten die quasi Vollzeit bei uns mit einem Projekttag, den sie bei Projekt Router verbringen, haben Jobcoaching und haben dann eben diese zwei Jahre Zeit, sich in eine Aufgabe einzuarbeiten. Der hat diese zwei Jahre bei uns zu Ende gemacht. Das ist heute mit einer der beliebtesten Mitarbeiter. Er war wie gesagt, der erste, den wir in Vollzeit nach Abschluss der unterstützten Beschäftigung in die Inklusionsabteilung übernommen haben.

Nina: Und ich werde diesen Tag, glaube ich, mein Leben lang nicht vergessen, als wir mit ihm bei mir im Büro saßen. Das war gegen Ende seiner unterstützten Beschäftigung und er war sehr aufgeregt und guckte mich dann an und sagte Wie geht es jetzt weiter? Dann habe ich ihm gesagt Das kann ich dir sagen, du kriegst einen Vollzeit Arbeitsvertrag. Und wenn man mal mit Autisten gearbeitet hat, die sind nicht alle so, dass die ihren Emotionen Ausdruck verleihen können. Wenn er gekonnt hätte, hätte er rundrum gegrinst. Hat mich angeguckt und hat gesagt Endlich müssen sich meine Eltern keine Sorgen mehr machen. Oh Gott, wie süß. Ja, da habe ich dann auch ein Tränchen verdrückt. Ja, Stark.

Christiane: Super. Ja. Tolle Geschichte. Ja. Du hattest ja schon gesagt, als du damals mit der Idee gekommen bist und dein Assistent dann sagte Oh, ich bin noch gar nicht ausgebildet, bekommt ihr Unterstützung. Also so was wie Seminare. Also, wie gehe ich mit jemandem um im Spektrum oder mit einer anderen Behinderungen gibt es da irgendwie.

Nina: Seminare gibt es leider noch nicht. Das wäre vielleicht mal was, was man sich überlegen könnte, irgendwie zu implementieren. Wir haben die Jobcoaches von Projekt Router. Es kommt immer darauf an, Wie viel Hilfe braucht dieser Teilnehmende oder der Mitarbeiter? In der Regel kommen die mindestens einmal in der Woche vorbei, wenn wir sie früher brauchen, weil irgendwas vorgefallen ist oder irgendeine Situation ist, mit der wir nicht umzugehen wissen oder wie man die am besten anpackt, können wir die immer telefonisch erreichen. Und in der Regel machen wir das so, dass wir dann einmal die Woche mit dem Jobcoach ins Gespräch kommen. Der kommt dann, sagt Hallo, gibt es was Neues? Und dann können wir mal kurz unsere Schwierigkeiten loslassen. Ja, dann geht er da dran und dann wird es abgearbeitet.

Christiane: Okay, spannend. Hat sich eigentlich seitdem auch im Team irgendwie was verändert?

Nina: Ja, die sind sehr viel offener geworden.

Christiane: Okay.

Nina: Also jeder Mitarbeitende, ob der eine Schwerbehinderung hat oder nicht, hat ja Stärken und Schwächen oder mal einen guten und mal einen schlechten Tag.

Nina: Und ich habe schon das Gefühl, dass wir, seitdem wir Mitarbeitende beschäftigen, die zum Teil offensichtlichere Schwächen haben, dass irgendwie alles gar nicht mehr so schlimm ist, wenn was schiefläuft.

Christiane: Also dieses auch mehr Verständnis zu haben Gegenseitig. Ja, ja, ja, verstehe. Wie reagieren denn Kundinnen und Kunden darauf? Also fällt das Kundinnen auf, oder?

Nina: Also ich muss dazu sagen, wir haben überwiegend Mitarbeitende im Autismus Spektrum oder mit einer Lernbehinderung. In der Regel fällt es nicht auf, weil man sieht es ihnen nicht an. Es gibt hin und wieder mal so kleine Situationen, wo ich dann wieder meine fantastischen Assistenten loben muss. Es stehen zwei Mitarbeitende mit Autismus in Gang kommt. Und in der Regel, wenn ein Kunde fragt Wissen Sie, wo das Mehl steht? Hätten die am Anfang gesagt Nein. Und wären gegangen, wenn sie es nicht wissen. Die haben aber mittlerweile auch gelernt Der Kunde hat eine Erwartungshaltung. Wenn der mit einer Frage kommt und meine Assistentin die spitzen dann die Ohren, die gucken, dann kriegen die das hin oder kriegen die das nicht hin? In der Regel kriegen die das mittlerweile ganz supertoll alleine hin.

Christiane: Okay.

Nina: Wenn dann mal ein Kunde vielleicht blöd reagiert, weil er nicht versteht, dass da ein Mensch vor einem steht, der irgendeine Einschränkung hat, greifen meine Assistenten ein oder meine Abteilungsleiter auch die anderen Mitarbeiter, weil die das halt wissen. Die greifen dann ein, erklären das, übernehmen einfach das Gespräch. Und dann funktioniert das eigentlich ganz gut, ohne dass der Kunde das wirklich wahrnimmt.

Christiane: Für dieses ganze große Engagement, über das wir gerade gesprochen haben, bist du ja ausgezeichnet worden mit dem Inklusionspreis der Gemeinde Alfter. Das heißt, es ist nicht nur in eurem Markt geblieben, sondern über eure Türen hinaus. Ist es aufgefallen? Also noch mal herzliche Glückwünsche an dein gesamtes Team. Danke. Natürlich. Und ich würde gerne einmal kurz die Perspektive wechseln, denn ich habe mit Marieluise Hartung gesprochen. Frau Hartung leitet den Verein Inklusive Arbeit Alfter e.V.. hat den Preis oder die Auszeichnung verliehen. Und ich habe sie mal gefragt, warum die Wahl eigentlich auf dich bzw. deinen Markt in Alfter-Oedekoven gefallen ist. Und da hören wir jetzt mal rein.

Multiple Speakers: Guten Morgen Frau Preisen. Hier zu Ihrer Frage, weshalb wir genau diesem Rewe Markt genau diesen Inklusionspreis vergeben. Einen besonderen Menschen, Der durch seine Offenheit, auch Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu finden und das auch als menschliches Selbstverständnis für sich so erachtet. In seiner ganzen Haltung lebt sie das als Marktmanagerin und gibt diese Haltung auch im Betrieb weiter. Somit denke ich, beschreibe ich, was dieses große Engagement, was für Frau völlig selbstverständlich ist, zu einer besonderen Ehrung geführt hat. Und wir wünschen diesem Beispiel noch viele Folgen. Alles Gute und vielen, vielen Dank!

Christiane: Also erstmal ganz, ganz herzlichen Dank an Frau Hartung, dass sie einmal aufgemacht hat, was eigentlich zu dieser Verleihung geführt hat, zu der Ehrung geführt hat. Und ich finde, sie hat auch ganz, ganz wichtige Themen angesprochen. Also erst mal, dass so etwas ja auch eine Vorbildfunktion ist für andere, also für deine Manager, Kolleginnen und Kollegen, auch für Kaufleute oder auch für andere Unternehmen. Also wie du auch erzählt hast, wie ihr vorgeht, wie ihr das macht.

Christiane: Manchmal ist man ja eher so negativ gerichtet. Okay. Nee, das geht nicht. Sondern zu gucken. Nee, das stimmt nicht. Sondern es geht was. Man muss es wollen und einfach machen.

Nina: Einfach machen trifft es gut. Und im Prinzip kann gar nichts passieren. Also das sind ja am Anfang Rahmenbedingungen, die gar keine wirtschaftliche Gefahr darstellen. Wenn ich jemanden einen Praktikumsplatz zur Verfügung stelle oder unterstützte Beschäftigung ermögliche, gibt es kein Risiko. Wenn ich unterwegs merke, dass es für den Teilnehmer nicht das Richtige oder für uns nicht das Richtige. Kann man das abbrechen und sagen okay, pass mal auf, das ist jetzt in unserem Betrieb nichts oder Das passt von der Aufgabenstellung her nicht, kann man sagen, okay, wir brechen das ab, jederzeit, und derjenige kann sich einen anderen Betrieb suchen. Ich kann aus Erfahrung aber sagen, in der Regel passiert das nicht. Also die Menschen, die bei uns in der unterstützten Beschäftigung starten. Der Prozentsatz ist sehr viel höher von den Mitarbeitenden, die übernommen werden, als die, die dann woanders hingehen oder scheitern.

Christiane: Ja, auch nochmal ein total wichtiger Hinweis Wenn jetzt Kolleginnen und Kollegen von dir hier zuhören, seien es Managerinnen oder Kaufleute, die noch so ein bisschen schwanken. Ist das was für unser Team oder nicht? Was würdest du raten?

Nina: Einfach machen? Wie gesagt, es besteht überhaupt kein Risiko. Wenn ich mich mit einer Schule für zum Beispiel geistige Entwicklung in Verbindung setzt und sage, ich hätte Praktikumsplätze zu vergeben oder mich mit einem Träger wie Projekt Router oder In Via oder Fave in Verbindung setzen. Sage hier Ich möchte gerne einem Menschen die Möglichkeit geben, hier eine unterstützte Beschäftigung zu starten. Dann ist das ja nichts, was in irgendeiner Weise eine Gefahr darstellt. Wenn man sagt okay, hat nicht geklappt. Im besten Fall aber kommt am Ende ein Mitarbeiter bei raus.

Christiane: Ja, das heißt, das wäre auch so dein Tipp, dass man. Ich sage es mal klein anfängt, einen Kontakt aufnimmt, vielleicht mit einer Schule und da einfach mal schaut.

Nina: Ja.

Christiane: Wir haben ja auch schon darüber gesprochen. Es gibt ja innerhalb der Rewe einmal die Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, aber auch natürlich durch die vielen Organisationen und Träger, mit denen Rewe oder die einzelnen Orte und Kommunen zusammenarbeiten.

Christiane: Was ist denn aus deiner Erfahrung noch so ausschlaggebend, damit das im gesamten Team funktioniert?

Nina: Also ganz wichtig ist, dass man offen darüber spricht, was man vorhat. Auch die Ängste von Mitarbeitenden ernst nimmt, die vielleicht sagen Oh mein Gott, ich weiß jetzt aber gar nicht so genau Kann ich das, kann ich das nicht. Und die dann auch dazu abholt und im Idealfall direkt mit. Also ich glaube, dass jemand, der damit schon ein bisschen Erfahrung hat, wie jetzt der Roderick zum Beispiel oder einen Jobcoach von einem Träger, der einem dann auch so ein bisschen die Angst nehmen kann und sagen kann Ich lasse euch damit nicht alleine. Das ist jetzt nicht so, ich werfe euch da jetzt jemanden zu Guck mal, was ihr draus machen könnt, sondern einfach dabei sein, im Gespräch sein und bleiben.

Christiane: Ja, lasst uns doch einmal ganz groß denken. Was müsste sich deiner Meinung nach verändern, damit es irgendwann total selbstverständlich ist, dass Menschen ohne Behinderung und Menschen mit Behinderungen gemeinsam in unseren Märkten, in den Unternehmen Zusammenarbeiten.

Nina: Ich glaube, mit der größte Punkt ist, dass man sich selber mal hinterfragt und vielleicht Vorurteile mal beiseite lässt. Dass die abgebaut werden und umso mehr Menschen das machen, umso normaler wird es einfach. Und irgendwann ist es dann einfach so. Dann muss man hoffentlich irgendwann nicht mehr darüber sprechen, sondern macht es einfach.

Christiane: Genau. Macht es einfach. Sehr schönes Schlusswort. Wir sind nämlich leider jetzt schon am Ende unserer Folge angekommen. Vielen, vielen Dank, dass du da warst.

Nina: Erstmal sehr gerne.

Christiane: Ja und ich finde, das Beispiel zeigt auch total gut, dass Inklusion eigentlich dann konkret ist, wenn man nicht nur darüber spricht, sondern einfach Möglichkeiten schafft, das gemeinsam im Team herauszufinden, was funktioniert. Und das funktioniert so genau. 0.2 Kleine Fragen habe ich aber noch. Was habt ihr denn so als nächstes vor? Du und dein Team.

Nina: Also die nächste große Hürde wird jetzt erst mal den Markt wieder zu eröffnen. Wir sind ja seit Anfang des Jahres im großen Umbau und werden den Markt bald für zehn Tage schließen, um ihn dann mit vielen Luftballons wieder zu eröffnen und starten dann ins Weihnachtsgeschäft.

Nina: Und dann schauen wir mal, was das nächste Jahr bringt.

Christiane: Magst du auch gerade für Zuhörende, die jetzt sagen okay, den möchte ich mal gerne besuchen, einmal kurz die Straße sagen. Also Alfter-Oedekoven wissen wir schon.

Nina: Ja, der Ziegelweg eins.

Christiane: Also kommt in Ziegelweg eins und besucht Nina und ihr Team im Markt. Und traditionell kommt auch noch unsere allerletzte Frage. Hast du jemanden? Also eine Person oder ein Thema, das du gerne in unseren Stories mal hören würdest? Also eine Nominierung?

Nina: Ich könnte mir gut vorstellen, dass vielleicht einer meiner Mitarbeitenden der Teil eben dieser Inklusionsabteilung ist, vielleicht mal seine Seite der Geschichte erzählen möchte.

Christiane: Oh, das finde ich super spannend. Ja, okay, da schauen wir auf jeden Fall mal! Wir bleiben in Kontakt. Ja, das war's jetzt wirklich. Lieben Dank noch mal, dass du heute hier unser Gast warst. Und ich wünsche dir, deinem Team einmal für den Umbau und für alles Weitere auch weiterhin viel Erfolg.

Nina: Vielen Dank!

Christiane: Und wir bedanken uns auch ganz herzlich bei Euch, liebe Zuhörerinnen.

Christiane: Haben euch die Westside Stories gefallen? Dann abonniert uns, folgt uns, klickt aufs Glöckchen, bewertet uns und teilt uns auf Social Media. Ihr findet uns überall da, wo es Podcasts gibt. Wenn ihr Fragen, Anregungen, Themen oder Gäste Vorschläge habt, schreibt einfach eine Mail an podcastwest rewegroup.com. Wir hören uns wieder in zwei Wochen. Wir freuen uns drauf. Bis dahin eine gute Zeit und bleibt gesund und munter.

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