#97: Menschen, Märkte, Mittendrin: 40 Jahre REWE Heerstraße 

Shownotes

#97: Menschen, Märkte, Mittendrin: 40 Jahre REWE Heerstraße 

Mit: Marktmanager Jürgen Kalesky und Assistentin Marianne Kalesky

„Ich sah diesen Laden als meinen an, nicht als Objekt von Rewe. Das war immer mein Laden, meine Hütte. Das war mein Leben mit den Mitarbeitern und den Kunden." Jürgen Kalesky

In unserer aktuellen Episode steht eine außergewöhnliche Geschichte im Mittelpunkt: Jürgen Kalesky, fast 40 Jahre Marktmanager im REWE-Markt in der Heerstraße in Bonn, verabschiedet sich nach 48 Jahren im Lebensmitteleinzelhandel in den Ruhestand.

Gemeinsam mit seiner Frau Marianne, die ebenfalls viele Jahre im Markt tätig war, blickt er auf ein bewegtes Berufsleben zurück.

Die Episode ist eine Hommage an Menschen, die mit Leidenschaft, Herz und Engagement ihren Arbeitsplatz prägen und für Mitarbeitende wie Kunden eine Heimat schaffen.

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Die nächste Folge der WESTside Stories erscheint am 14. Januar 2026.

Gäste: Jürgen und Marianne Kalesky

Moderation: Christiane Preisen

Redakteurinnen: Jasmin Roussel, Marie Demmer

REWE

Impressum

Transkript anzeigen

Christiane Preisen: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der WESTSideStories, dem Podcast der Menschen in unserem Unternehmen und drumherum eine Stimme gibt. Ich freue mich, dass ihr eingeschaltet habt. Mein Name ist Christiane Preisen und ich bin die Moderatorin. Heute haben wir wieder eine Folge zum Thema Besondere Menschen bei REWE. Es gibt nämlich Menschen, die füllen einen Ort auf eine ganz besondere Weise. Sie sind sozusagen Unikate mit vollem Herz dabei und geben Mitarbeitenden und Kundinnen eine Heimat. Und wenn man früh genug in der Bonner Altstadt unterwegs ist, dann erlebt man einen dieser Menschen in Aktion. Um 5:45, wenn andere noch schlafen oder gerade erst aufstehen, macht Markmanager Jürgen Kalesky seit fast 40 Jahren das Licht in seinem Markt in der Heerstraße an. Heute erzählen wir seine Geschichte, die eines Mannes, der hier nicht einfach gearbeitet hat, sondern das kann man so sagen, hier gelebt hat und der sich jetzt nach. Sage und schreibe 48 Jahren im Lebensmitteleinzelhandel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Und bei ihm ist heute seine Frau Marianne, die auch viele, viele Jahre im REWE Markt in der Heerstraße tätig war.

Christiane Preisen: Hallo ihr beiden. Hallo. Hallo! Ich freue mich sehr, dass ihr beiden heute da seid und wir steigen mal direkt ins Thema ein. Ich weiß da von einer früheren Unterhaltung. Jürgen, dass du mal gesagt hast Ja, ich bin kein Büro Kaffeetrinker, sondern wenn ich arbeite, dann arbeite ich. Was steckt eigentlich hinter dem Satz und der Leidenschaft, die dich diese vier Jahrzehnte hier in der Heerstraße begleitet hat?

Jürgen Kalesky: Tja, das ist mein Leben, sage ich jetzt mal so Es gibt zwei Leben, ein privates Leben und ein Leben halt. Auf der Heerstraße und auf der Heerstraße fängt halt das Leben um 5:45 an, wenn ich den Laden aufschließe, Licht anmache und meine Mitarbeiter begrüße.

Christiane Preisen: Sag mal ganz kurz zu deinem Laden hier auf der Heerstraße. Wie groß ist der ungefähr Und wie viele Mitarbeitende hast du?

Jürgen Kalesky: Der ist 1200 Quadratmeter groß. Und Mitarbeiter haben wir 26? Wir sind ein SB voll Markt. Also keine Bedienungsabteilung, sondern nur SB.

Christiane Preisen: Verstehe. Und wir haben es ja eben schon so gesagt Du bist 48 Jahre im Lebensmitteleinzelhandel tätig, davon alleine 40 hier auf der Heerstraße.

Christiane Preisen: Was war denn über die ganzen Jahre so? Die Motivation, dabei zu bleiben? Ich kann mir vorstellen, es gab wahrscheinlich ganz viele wunderschöne Momente im Job. Aber es gibt ja auch schon mal so die einen oder anderen, ich nenne es mal Durststrecken.

Jürgen Kalesky: Da gab es auch einige. Aber die überwiegende waren halt die schönen Momente. Man hat seinen Laden gehabt, man sah diesen Laden als meinen an, nicht als Objekt von REWE oder so, das war immer mein Laden oder meine Hütte, wie ich immer gesagt habe. Das war halt mein Leben mit den Mitarbeitern. Mit den Kunden war immer eins.

Christiane Preisen: Und ich weiß auch, dass du quasi als Kind schon auf Flohmärkten verkauft hast. Was hat dich eigentlich als Kind so daran begeistert.

Jürgen Kalesky: Geld zu verdienen? Ware anzubieten? Andere auch glücklich machen, genauso wie heute auch noch, wenn ich Ware anbiete oder Ware irgendwo ausstelle oder sowas als man geht am nächsten Tag oder nächste Woche hin und man sieht das ist gut verkauft worden, habe ich mich glücklich gemacht, die Rewe glücklich gemacht und auch den Kunden glücklich gemacht, weil er halt einen Artikel gekauft hat, den ihnen auch gefallen hat.

Christiane Preisen: Und wie war dann nachher der Weg vom kleinen Jürgen auf dem Flohmarkt in den Lebensmitteleinzelhandel und zur REWE?

Jürgen Kalesky: Es hat mich immer fasziniert. Damals gab es einen Lebensmitteleinzelhandel, hieß der, das war so das Flaggschiff in Köln Bonner Raum gewesen. Also wer bei uns kennenlernen durfte oder konnte, der hatte schon was drauf. Und das war halt der Mercedes unter diesen Lebensmitteleinzelhandel. Und da hat mich halt immer fasziniert, wenn man da mit den Eltern kaufen ging, da stand immer eine Filialleiterin in dem Markt, schick angezogen und die stand immer an der Kaffeemühle. Da wurde noch früher in den Märkten Kaffee frisch gemahlen, damit der Duft über den Markt ging und die Kunden sich dann halt Kaffee kauften. Und da dachte ich, das ist doch ein feiner Job. Nur an der Kaffeemühle stehen, mit den Leuten zu reden, nichts zu tun und sowas alles und nur Schwätzchen halten, das sagte ich, das wäre mein Leben. Diesen Beruf zu machen, Super. Aber am Ende gut, hat sich das ja ein bisschen anders entwickelt.

Christiane Preisen: Genau.

Christiane Preisen: Tatsächlich? Was waren dann die einzelnen Stationen danach?

Jürgen Kalesky: Angefangen habe ich damals in Endenich mit meiner Lehre, dann nach Meckenheim, dann mal nach hoch, nach Niederkassel, nach Bonn Beuel zwischendurch immer wieder auf der Heerstraße gewesen und dann am Ende dann irgendwann in den 80er Jahren auf der Heerstraße gelandet und auch im Prinzip geblieben.

Christiane Preisen: Dann geblieben. Ja, genau. Welches war denn rückblickend die Station, die dich so am meisten geprägt hat?

Jürgen Kalesky: Eigentlich immer wieder die Heerstraße? Immer wieder auf die Heerstraße zurückzukommen. Damals ist der Markt ja aufgemacht worden, als in diesen Viertel, wo man normalerweise keinen Markt aufmacht und man hat gesagt, der wird nicht lange überleben oder so was. Also mittlerweile ist er nicht mehr wegzudenken halt. Und das hat halt immer so gereizt mit Stammkunden und trotzdem immer weiter sich zu entwickeln mit diesem Markt.

Christiane Preisen: Das heißt, du bist quasi hier eingestiegen, als der Markt auch ganz frisch gebaut war.

Jürgen Kalesky: Richtig, da habe ich angefangen als Obstabteilungsleiter hier.

Christiane Preisen: Ah, spannend.

Jürgen Kalesky: Ja, und da wurde dann halt auch immer alles ausprobiert, damals mit Füllhorn, die erste Biomarke und sowas alles.

Jürgen Kalesky: Und da hat jeder die Kunden, die reinkamen. Was will man hier mit diesem Hühnerfutter? Und das war alles und da hat noch keiner danach gefragt. Da waren wir schon immer an der ersten Stelle gewesen mit Ja.

Christiane Preisen: Andere Zeiten auf jeden Fall Zeiten.

Jürgen Kalesky: Und heute nicht mehr wegzudenken.

Christiane Preisen: Auf gar keinen Fall. Genau. Marianne, du warst ja auch viele Jahre hier in der Heerstraße. Wie bist du eigentlich hierhin gekommen?

Marianne Kalesky: Ja, ich habe damals als Aushilfe hier angefangen. Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Und meine Vorgesetzten damals, die hatten irgendwie an mir ein Potenzial gefunden. Man hat mich dann gefragt, ob ich nicht ganz anfangen wollte. Dann habe ich hier angefangen und ich kam mit dem Herrn Kalesky gar nicht klar.

Christiane Preisen: Das wird jetzt spannend.

Multiple Speakers: Ja.

Marianne Kalesky: Mein Vorgesetzter sagte damals, er war gezwungen, mich zu heiraten.

Christiane Preisen: Also sehr gut, dass ich jetzt gerade zwischen euch sitze.

Marianne Kalesky: Gut, das hatte sich entwickelt und der Beruf hatte mir auch sehr, sehr viel Spaß gemacht. Ich bin auch in vielen Abteilungen in anderen Läden eingesetzt worden, wo es nicht so angenehm war.

Marianne Kalesky: Aber ich denke eben halt machen durfte musste, ja. Und immer wieder bin ich dann zu Heerstraße zurück gegangen und mein Mann, der Herr Kalesky, ist ein Mensch. Es ist ja heute noch nicht mehr gerade so ruhig und still. Man musste ihm alles aus der Nase rausziehen. Und das war für mich gar nichts.

Christiane Preisen: Weil du bist genau das Gegenteil.

Marianne Kalesky: Ich bin genau das Gegenteil. Ich bin direkter Mensch. Ich sage, wo es langgeht. Und dann ist das auch vergessen. Ja, gut. Und dann hat er sich das mit den Jahren entwickelt, dann habe ich auch immer den Kontakt gesucht. Ich wollte mit ihm zusammenarbeiten, weil es hat mich eigentlich immer gefreut, wenn er sich geärgert hatte, dass er mit mir zusammenarbeiten musste. Ja, so ist es dann gekommen. Dann haben wir 1981 geheiratet. Nee, stimmt gar nicht. Wir haben 1983 86 geheiratet. Das hat niemand gewusst. Hier in der Firma nicht. Und dann habe ich mal kurzzeitig die Firma verlassen, weil das ja damals nicht gerne gesehen wurde.

Marianne Kalesky: Und unser damaliger Chef, der Herr Scheer, hat gesagt, die müssen wir wieder zurückhaben. Ja, und dann hat das so angefangen, dass ich wieder zurückgekommen bin und dann auch hier geblieben Bin bis dahin.

Christiane Preisen: Ja, da.

Marianne Kalesky: Bin ich seine Assistentin geworden. Und das hat ganz gut geklappt, denn es gab bei uns eine Regel. Personal darf mich nicht als Frau des Chefs sehen. Das wollte ich nicht. Absolut nicht. Also, darum haben wir das so geregelt. Er hatte seine Abteilung. Wir haben dann auch nicht zusammengearbeitet. Wenn er arbeitete, war ich zu Hause. Wenn ich arbeite, war ihr Zuhause. Es war selten, dass wir an einem Tag zusammen gearbeitet haben.

Christiane Preisen: Verstehe. Verstehe. Und was hat dich am Lebensmitteleinzelhandel so interessiert? Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, dort zu arbeiten?

Multiple Speakers: Ja.

Marianne Kalesky: Eigentlich bin ich gar nicht auf die Idee gekommen. Als ich als Aushilfe hier angefangen habe, habe ich erst gemerkt, was das für ein schöner und interessanter Job war. Und wenn man dann merkt, dass die Kunden einen annehmen und sehr nett sind und du kannst hilfsbereit sein und bist auch nett.

Marianne Kalesky: Dann ist es eben eine Befriedigung, dass man so einen Job hat und machen darf. Das hat mir immer Freude gemacht.

Christiane Preisen: Verstehe ich. Und was dir ganz besonders am Herzen gelegen hat oder liegt, ist ja auch die Ausbildung von jungen Menschen. Was gefällt dir so daran und was hat dich da auch besonders geprägt?

Marianne Kalesky: Was mir daran gefällt Ich bin ein Mensch, der sehr streng ist, aber auch sehr hilfsbereit und Verständnis hat. Und ich mag gar nicht, wenn man Menschen oder junge Leute in eine Schiene steckt und sagt, mit dem kann man nichts anfangen. Das wird nichts. Dann brennt es in mir. Sich da richtig reinzulegen oder reinzuhängen und zu sagen So, jetzt extra. Und ich versuche dann auch mit den jungen Leuten klar zu kommen und ihnen das, auch wenn ich es 100 Mal sagen muss, ihnen das so beizubringen. Und es hat überwiegend immer geklappt. Also ich könnte mich nicht an einen erinnern, wo das nicht geklappt hat. Ich hatte aber auch den, wie gesagt, mein Mann im Rücken, der dann immer gesagt langsam, langsam Ja, ja, das war eigentlich immer unser beider Ziel.

Marianne Kalesky: Sagen wir mal.

Christiane Preisen: Schön. Gibt es Azubis, an die du dich ganz besonders erinnerst?

Marianne Kalesky: Oh ja. Ich glaube, die soll ich auch allen bekannt. Durch die Namen sagen.

Christiane Preisen: Also kannst auch gerne sagen, warum du dich ganz besonders an die Person erinnerst.

Marianne Kalesky: Die Frau Katrin.

Christiane Preisen: Grüße gehen raus an die Enkel.

Marianne Kalesky: Hallo. Das weiß ich auch. Unsere Frau Kathrin, das war ein Kind. Einmalig. Wir haben nie gedacht, dass es sich so entwickeln würde. Aber wirklich Daumen hoch! Das hat sie toll gemacht. Sie war sehr, wie soll man sagen. Sie hat auf jede Sache eine Antwort. Die, die ich gerade so schön war. Und dann ist mir mal der Kragen geplatzt. Da muss ich sagen, das war nicht sehr schön von mir. Dann habe ich mir die Winkel genommen, bin ins Lager gegangen und habe dann gesagt So, jetzt pass mal auf, mein Fräulein. Entweder du oder ich. Nur du hast dein Leben noch vor dir. Du machst das nicht für uns. Du machst das für dich.

Marianne Kalesky: Und sieh zu, dass du es auf die Reihe kriegst. Oder du musst dich anders irgendwie entscheiden. Dann hat sie mal eine Woche nicht mit mir geredet. Und dann ist sie gekommen, hat sie gesagt. Ich habe mir das überlegt. Wir wollen doch versuchen, ein bisschen besser zusammenzuarbeiten. Und seit dem Tag waren wir ein Herz und eine Seele.

Christiane Preisen: Super.

Marianne Kalesky: Und hat auch gut geklappt.

Christiane Preisen: Wenn man über den Markt hier in der Heerstraße oder über euch spricht, dann kommt ja ganz oft so Ja, ja. Kaleski, der ist hier der Bezirksbürgermeister. Was meinen denn eigentlich die Bonner damit?

Jürgen Kalesky: Ja, was meinen Sie damit? Weil ich ja schon über viele Jahrzehnte hier bin und so was alles und viele Kunden schon kenne, von klein auf oder die jetzt schon erwachsen sind oder jetzt selber Kinder haben und sowas alles. Und mit denen halt diese Altstadt mitgestaltet haben. Im Endeffekt die Kirschblüten damals die, wo vor Jahren keiner davon geredet hat und jetzt in aller Welt hinausgetragen werden. Die Kindergärten, die in der Nähe sind, die Schule und sowas, alles, alles trifft sich hier in dem Markt.

Christiane Preisen: Schön. Das ist doch wirklich ganz toll. Apropos alles trifft sich im Markt. Was waren denn eigentlich so die verrücktesten Erlebnisse in diesen 40 Jahren Heerstraße. Also die Erlebnisse vielleicht, die man öffentlich sagen kann.

Jürgen Kalesky: Es gibt viele, sage ich jetzt mal so Damals, wo die Bundesregierung noch hier war, lebt auch hier ein Politiker direkt in der Nachbarschaft. Und da war mal irgendwann Bombenalarm gewesen und da war das ja früher noch nicht so, dass da Busse kamen, wo die Leute dann abtransportiert wurden oder so was. Ein Wort gegen den Raum gesucht, wo man halt paar Mitbewohner unterbringen konnte und dann hat man uns halt herausgesucht und im Aufenthaltsraum halt, dann hat man da halt paar Mitbewohner zwischengeparkt, sage ich jetzt mal so, und irgendwann, wo die Tasche dann entschärft worden ist oder die Bombe dann halt getan worden ist, durften dann halt alle wieder nach Hause gehen. Und irgendwann gingen wir dann nachmittags dann im Pausenraum oder dann die Schicht, die nachmittags Pause machen wollte. Dann sagt dann einer, da sitzt so eine ältere Frau hinten im Aufenthaltsraum.

Jürgen Kalesky: Warum sitzt sie denn da noch? Ja, und dann haben wir die halt dann hinten vergessen und die waren dann heilfroh, dass sie dann irgendwann wieder nach Hause gehen konnte. Okay.

Christiane Preisen: Also um vergessen zu werden, ist so ein Supermarkt ja eigentlich okay. Also zumindest zu essen und zu trinken gibt es ja genügend.

Jürgen Kalesky: Genau so war es auch. Die hatte genug da, die hat sich auch wohlgefühlt.

Christiane Preisen: Sehr schön. Sehr schön. Hast du auch irgendwie noch ein besonderes Erlebnis, an das du dich gerne zurückerinnerst?

Marianne Kalesky: Ja, es gibt viele Erlebnisse, die kann man gar nicht alle aufzählen. Es hat uns immer gefreut, wenn Eltern, die hier beide arbeiten gingen und die Kinder kamen früh aus dem Kindergarten, dass sie dann sagten dann geht bitte zum Rewe Markt. So alles Kids und die passen solange auf euch auf, bis wir wieder zu Hause sind. Sie wussten, dass ihre Kinder gut versorgt waren und wir gut. Wir konnten nicht auf die Kinder aufpassen, wir hatten ja unsere Arbeit, aber wir haben sie mit Stiften und Blättern versorgt.

Marianne Kalesky: Und dann kamen sie in den Aufenthaltsraum und dann durften sie malen oder spielen. Sie kamen dann mal in den Laden und haben gefragt Oder wir haben ihnen was zu trinken gegeben oder ein Brot gemacht oder so, Doch das sind immer schöne Erlebnisse, die man wo man gerne drüber nachdenkt und selbst die Kinder, die das auch hier so erlebt haben, dass sie selber jetzt erwachsen sind und kommen mit ihren eigenen Kindern und sagen dann guck mal, da haben wir früher als Kinder schon im Aufenthaltsraum gemalt oder wir haben hier was zu trinken gekriegt. Das sind schon Sachen, die einen prägen. Dann sagt man Ach, das ist ja, das ist ein schönes Erlebnis. Na ja, und dann war ja der interessante Einsatz mit unseren Polizeihunden. Wir haben ja ein sehr gutes Verhältnis zur Polizeistation auf der Bornheimer Straße. Wenn was ist, sind sie auch immer sofort da. Wir hatten nachts einen Alarm und die Polizei hatte vorher einen großen Einsatz mit Polizeihunden und die ganze Mannschaft war mit Hunden und mit allem drum und Dran hier auf unserem Parkplatz und haben uns erwartet, dass wir den Laden aufschließen und uns gebeten, ob die Hunde mal ein Training machen durften, denn im Laden.

Marianne Kalesky: Das haben wir dann mit dem Einsatz zusammen verbunden. Und das war sehr interessant, weil einige von den Polizeikollegen mit den Hunden nicht im Aufzug fahren wollten, weil die Hunde vorher einen Diebstahl entdeckt hatten oder ein Dieb. Die hatten den in den Po gebissen.

Christiane Preisen: Oh nein. Okay.

Marianne Kalesky: Da wollten einige Kollegen nicht mitfahren. Ja, und dann war das sehr spannend. Die Hunde hatten dann auch diesen Einsatz hier und haben sich sehr wohl gefühlt, weil es für sie was ganz Neues war. So ist es dann vonstatten gegangen. Gut, es sind ein paar Teile in den Bruch gegangen, aber wir haben es so gesehen. Sie sind für uns da und dann haben wir das in Kauf genommen. Das war ein sehr interessanter Einsatz und wir sind auch auf der Bornheimer Straße sehr bekannt.

Christiane Preisen: Glaube ich. Also immer was los.

Marianne Kalesky: Hier ist immer was los.

Christiane Preisen: Das ist ja schon eine sehr besondere Kundenbeziehung. Also dass hier Kinder zum Aufpassen hingeschickt wird, ja jemand anders vielleicht auch sagen so, ja, nee, sorry Leute, aber das musste ja irgendwie selber machen.

Christiane Preisen: Was ist das, was dieses Verhältnis zu den Kunden hier so besonders macht?

Jürgen Kalesky: Ja, das ist die jahrelange Zusammenarbeit. Man kennt sich halt hier. Das ist halt so, man spricht über alles oder man sagt hier, den haben wir lange nicht mehr gesehen oder so was alles. Und ist der krank oder ist er leider verstorben oder sonst was alles. Man kennt sich halt. Das ist halt so, die Bindung ist halt da.

Christiane Preisen: Das klingt total schön und wir hatten ja schon drüber gesprochen über dein Steckenpferd, die Ausbildung von jungen Menschen. Und ganz viele eurer ehemaligen Auszubildenden sind ja heute selber Managerinnen oder Marktmanager. Was bedeutet das für euch?

Jürgen Kalesky: Das macht einen stolz, sag ich jetzt mal so, dass man einen genauso überzeugen konnte, wie man damals jung war oder so hat alles, dass man für diesen Beruf brennt, halt, dass man halt sagt hier, das will ich werden. Es gibt viele, die machen die Lehre und sind weg oder machen dann, suchen sich dann was anderes. Und wenn man dann so welche hat, die dann jetzt auch schon 20 Jahre oder länger dabei sind, das finde ich schon gut.

Jürgen Kalesky: Also da hat man irgendwo schon was richtig gemacht, denke ich mal so.

Christiane Preisen: Ja, auf jeden Fall. Ja und jetzt ist es ja bald soweit. Zum 1. Januar wird ja der Markt übernommen vom Sven Abschluss. Genau. Was wünscht ihr dem Sven für seinen Start in der Heerstraße?

Jürgen Kalesky: Das gleiche, dass er genauso gut aufgenommen wird von Kunden und Mitarbeitern wie wir damals oder wie wir über die Jahrzehnte? Und dass das so weitergeht, wie es bei uns war.

Christiane Preisen: Euer letzter Arbeitstag ist ja Silvester und das ist ja so ein ganz symbolischer Tag und auch für unseren Podcast, für die Website Stories. Wir haben extra eine Folge getauscht, weil die letzte Folge also, die jetzt rauskommt, wir haben ein bisschen vorher aufgenommen, ist genau am 31 Uhr zwölf. Was bedeutet das für euch?

Jürgen Kalesky: Tja, das wird sich herausstellen, wenn wir dann letztes Mal aufschließen. Letztes Mal abschließen. Freude. Wehmut. Das wird der Tag bringen. Also mit einem lachenden, weinenden Auge. 48 Jahre kann man ja nicht einfach so vergessen. Im Januar wird man schon öfters darüber nachdenken, glaube ich.

Christiane Preisen: Das kann ich mir gut vorstellen. Ja, Wie ist es bei dir, Marianne?

Marianne Kalesky: Ja, eigentlich genau so, weil die Rede war für uns. Wie soll ich sagen? Wir hatten nie Schwierigkeiten, wenn wir Probleme, persönliche Probleme hatten, ob die Eltern krank waren oder die Kinder was hatten. Wir konnten immer mit unseren Vorgesetzten darüber reden. Und die Reeve hat auch immer hinter uns gestanden. Darum wird es uns schwer fallen. Es ist ja nicht so, dass wir in einer Firma gearbeitet haben, die nur Probleme oder wo man dies oder die einem nicht zugehört haben. Das wird bestimmt sehr schwerfallen, denke ich mir.

Christiane Preisen: Ja, kann ich mir vorstellen. Auf jeden Fall. Aber wir wollen jetzt natürlich nicht in Wehmut ertrinken, sondern die Frage natürlich, Worauf freut ihr euch am meisten?

Jürgen Kalesky: Tja, einmal den Wecker ausmachen, das nicht mehr, dieses frühe Aufstehen. Obwohl, wenn man einmal auf ist, dann geht es ja. Aber es fällt halt, muss man auch sagen, immer schwieriger, wenn man. Im bestimmten Alter ist das Aufstehen auch nicht mehr so einfach.

Jürgen Kalesky: Das auf jeden Fall. Und dann mal nichts tun. Nicht nach den Kalender leben, nicht nach den Feiertagen oder sowas. Alles, alles genießen können. Die Feiertage, Ostern, Weihnachten und sowas. Alles was man so, wenn man im Flow drin war, mit dem Laden halt. Mit verkaufen halt. Und an alles denken und und und. Und dieses Mal richtig alles genießen und natürlich dann reisen. Wir sind schon seit zigtausend Jahren Wohnmobilfahrer oder Camper. Ja, und das ist halt unser Leben. Halt.

Christiane Preisen: Wo geht es als Erstes hin? Habt ihr schon einen Ort?

Marianne Kalesky: Ja. Im Januar machen wir erst mal einen Wellnessurlaub, um mal zu entspannen. Und im März fliegen wir nach Tunesien. Und im April geht es dann los mit dem Wohnmobil. Das Ziel ist, denn das wissen wir noch nicht, das suchen wir uns noch aus.

Christiane Preisen: Ja, man merkt schon, ihr habt viel vor. Also, typisch für Ruheständler. Nie Zeit. Wahrscheinlich, ne? Aber auch sehr schön. Ja, ihr beiden. Wir sind schon fast am Ende angekommen unserer heutigen Folge.

Christiane Preisen: Aber eine letzte Frage habe ich noch. Also natürlich im Blick, dass ihr jetzt Ruheständler werdet, aber auch zum Jahreswechsel. Was wünscht ihr eigentlich eurem Team hier in der Heerstraße?

Jürgen Kalesky: Dass es so bleibt, wie es gewesen ist, Dass sich nichts ändert gegenüber dem Team und gegenüber den Kunden nicht und so was. Alles ist halt ein neuer Chef da und den sollen sie genauso akzeptieren, so wie sie mich akzeptiert haben. Und das Leben geht weiter.

Marianne Kalesky: Ja, das gleiche wünsche ich Ihnen auch, dass Sie genauso herzlich und freundlich zum Abschluss sind. Gut, wir haben uns immer gut verstanden und jeder durfte auch seine Meinung sagen. Und wir wünschen Ihnen vor allen Dingen, dass es Ihnen gut geht, dass Sie gesund bleiben und glücklich sind.

Christiane Preisen: Und das wünschen wir auf jeden Fall auch. Also, Jürgen. Marianne. Ich wünsche euch für alles, was in eurem Ruhestand oder Unruhestand, wie man so schön sagt, von Herzen nur das Beste. Ganz, ganz viel Glück und auch Gesundheit.

Marianne Kalesky: Danke.

Christiane Preisen: Und natürlich wünschen wir euch allen auch einen wunderschönen Jahreswechsel.

Christiane Preisen: Ein schönes Silvesterfest, einen guten Start in den 1. Januar 2026. Ganz, ganz viel Erfolg für das neue Jahr, persönlichen Erfolg, beruflichen Erfolg und natürlich ganz viel Gesundheit. Und wir bedanken uns auch ganz herzlich bei Euch, liebe Zuhörerinnen. Haben euch die Westside Stories gefallen? Dann abonniert uns, folgt uns, klickt aufs Glöckchen, bewertet uns und teilt uns auf Social Media. Ihr findet uns überall da, wo es Podcasts gibt. Wenn ihr Fragen, Anregungen, Themen oder Vorschläge habt, schreibt einfach eine Mail an podcastwestgroup.com. Wir hören uns wieder in zwei Wochen. Wir freuen uns drauf. Bis dahin eine gute Zeit und bleibt gesund und munter.

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